PEKING (北京)
Auch heute finden sich in Peking noch ettliche Spuren aus der Kolonialzeit. So stehen in der ehemaligen Legationsstraße, welche parallel zur Straße des Himmlischen Friedens (长安大街), zwischen Peking Hotel (北京饭店) und Tianan Men (天安门) verläuft, noch einige Gebäude aus der Zeit der Jahrhundertwende.

Leider wurden die Gebäude der ehemaligen deutsche Gesandtschaft bereits vor Jahrzehnten abgerissen. Das Bild rechts zeigt die Lage der ehemaligen Gesandtschaft im Jahre 2008.
Am 25. Juni 1901 wurde mit der Errichtung eines Pai Fang (牌坊 Ehrentores) an der Stelle begonnen, an der Freiherr von Ketteler ermordet worden war. Als die Chinesen Materialschwierigkeiten bei der Errichtung des Tores mit einem mittleren Durchgang von 7 m Breite und zwei seitlichen Durchgängen von je 5 m Breite melden, und Li Hongzhang daraufhin als schnelleren Weg zur Realisierung den Abbruch des vor dem Sommerpalast stehenden, von Kaiser Qianlong zu Ehren des Drachengottes erbauten Pai Fangs und seinen Neuaufbau sowie Umwidmung an der Todesstelle vorschlägt, schreckt Wilhelm II. zurück.In einem Telegramm an die deutsche Botschaft in Peking schreibt er am 06. Juni 1901: “Was sagt aber der Kaiser von China dazu? Warum in so rücksichtsloser, barbarischer Weise die Monumente seiner Vorfahren und Götter behandeln! Li hat das bloß vorgeschlagen, um uns mit dem Kaiserhof zu verfeinden”. Die Arbeiten wurden am 8. Januar 1903 abgeschlossen.
Am 17. Januar wurde das Ehrentor eingeweiht, wobei Prinz Zhun das Trankopfer vollzog. An der Stirnseite war in deutscher, lateinischer und chinesischer Schrift folgendes eingemeißelt.: “Dieses Monument ist auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers von China errichtet worden für den an dieser Stätte durch ruchlose Mörderhand gefallenen Kaiserlich Deutschen Gesandten, Freiherr Clemens von Ketteler, zum ewigen Gedenken an seinen Namen, zum bleibenden Beweise für den Zorn des Kaisers ob dieser Freveltat zur Warnung für Alle”.
Nachdem Deutschland am 11. November 1918 kapituliert hatte, wurde am 13. November damit begonnen, das Tor abzutragen und in unmittelbarer Nähe des Tianan Men (heute Zhong Shan Park 中山公园) unter dem Namen ‘The Victory of Virtue Gate’ (公理戰勝碑) wieder aufgebaut. Im Oktober 1953 wurde das Tor erneut umbenannt und heißt bis heute “The Protection of Peace Gate” (保衛和平牌坊).
Das ehemalige deutsche Wasserwerk in Peking wurde zwar erst im Jahre 1908 fertig gestellt, doch ist es heute eines der wenigen Gebäude in der chinesischen Metropole, welches auf die deutsche Besatzungszeit hinweist.
Heute beherbergt es ein kleines aber feines Museum über die Wasserversorgung der Hauptstadt.
Leider sind die Exponate nur auf chinesisch beschriftet, aber auf jeden Fall sehenswert, nicht zuletzt, weil das Personal äußerst hilfsbereit ist.
TIENTSIN (天津) 1900 – 2009
Cafe Kiessling 起士林
Auch heute ist das Cafe Kiessling in China ein Inbegriff von westlicher Gastronomie.





